Warum zum Fachanwalt?

Grundsätzlich dürfen alle Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte Verteidigungen in Strafsachen übernehmen. Es besteht insofern keine Beschränkung.

Dennoch empfehle ich, einen Fachanwalt für Strafrecht mit der Wahrnehmung Ihrer Interessen in einer Strafsache zu betrauen.

Damit überlassen Sie Ihre Strafsache dem Spezialisten.

Mir persönlich erscheint die Spezialisierung als eine wichtige Voraussetzung dafür, eine qualitativ hochwertige Betreuung und Bearbeitung der Mandate zu gewährleisten. Mandate aus Rechtsgebieten, die ich selbst nicht bearbeite, vermittle ich daher lieber an die kompetenten Kollegen in der Kanzlei oder, wenn in der Kanzlei niemand zur Verfügung steht, an einen anderen Kollegen bzw. eine Kollegin.

Um die Fachanwaltsbezeichnung führen zu dürfen muss der Rechtsanwalt und die Rechtsanwältin Besondere theoretische Kenntnisse und praktische Erfahrungen nachweisen.

Der Fachanwalt für Strafrecht muss (§ 13 Fachanwaltsordnung - FAO) die besonderen Kenntnisse in den Bereichen

Methodik und Recht der Strafverteidigung und Grundzüge der maßgeblichen Hilfswissenschaften,
materielles Strafrecht einschließlich Jugend-, Betäubungsmittel-, Verkehrs-, Wirtschafts- und Steuerstrafrecht;
Strafverfahrensrecht einschließlich Jugendstraf- und Ordnungswidrigkeitenverfahren sowie Strafvollstreckungs- und Strafvollzugsrecht
nachweisen.

In einem Fachanwaltslehrgang werden die besonderen theoretischen Kenntnisse vermittelt und es müssen die Kenntnisse nachgewiesen werden, indem 3 Klausuren bestanden werden müssen. Zum Nachweis der besonderen praktischen Erfahrungen muss der Rechtsanwalt/die Rechtsanwältin vor Verleihung des Fachanwaltstitels eine vorgeschriebene Anzahl von Fällen, die er selbst bearbeitet hat, vorweisen. Hierbei wird Wert darauf gelegt, dass es sich nicht nur um kleinere Standardfälle handelt und dass die verschiedenen Bereiche abgedeckt werden.

Durch eine Fortbildungsverpflichtung, die in § 15 FAO geregelt ist, muss der Fachanwalt für Strafrecht jährlich Fortbildungen besuchen und die Teilnahme an den Fortbildungsveranstaltungen nachweisen. Die Dauer der Fortbildungen darf 15 Stunden nicht unterschreiten. Hierdurch wird sichergestellt, dass der Fachanwalt für Strafrecht sich nicht auf dem einmal verliehenen Fachanwaltstitel ausruht, sondern stets am Ball und über die neuesten Entwicklungen informiert bleibt.

Auch wenn Vergleiche immer etwas problematisch sind: Selbst wenn Sie mit Ihrem Hausarzt sehr zufrieden sind, würden Sie die Begutachtung eines verdächtigen Leberflecks dem Hautarzt und die Entfernung des Blinddarms dem Chirurgen überlassen.

Stand: Juni 2019

 

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